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Ungelesener BeitragVerfasst: Do 15. Okt 2015, 18:42 
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VCD: Harte Zeiten kommen im Doppelstock-IC auf Fernreisende zu

Auf der IC-Strecke von Dresden über Leipzig, Halle und Magdeburg nach Hannover will die Deutsche Bahn künftig Doppelstockzüge einsetzen. Das sorgt für Kritik beim Verkehrsclub Deutschland.
Der VCD Landesverband Elbe-Saale schickte seine beiden Bahn Fachexperten Martin Lorenz und Jan Krehl nach Berlin auf die Fachmesse Innotrans nach Berlin, wo die neuen Waggons vorgestellt wurden. Nach Ansicht des VCD stellen die Wagen eine Verschlechterung dar. Es gebe nur wenige Ablagemöglichkeiten für Reisegepäck wie Koffer oder Taschen. Die Sitze seien sehr eng bestuhlt und sehr hart. "Typische Sitze aus dem Regionalbahnverkehr", meint Jan Krehl. Verstellen könne man die Sitze nicht mehr, nur ein winziger Winkel zum Kippen sei vorhanden. Bis auf dezente Kopfkissen und dem Teppich gebe es außerdem keine Merkmale aus dem Fernverkehr. "Im Vergleich mit den neuen Doppelstockwagen des Landes Sachsen-Anhalt und der DB Regio Elbe-Saale Bahn, bieten die Regionalwagen in Sachsen-Anhalt einen höheren Sitzkomfort, da hochwertigere und komfortablere Fahrgastsitze eingebaut wurden und augenscheinlich die Sitzabstände größer sind", so Krehl. Damit werde es zwischen Halle, Magdeburg und Braunschweig erstmals auf einer Strecke mehr Komfort in Regionalzügen geben als im Fernverkehr.
Martin Lorenz, stellvertretender Vorsitzender im VCD für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sagt: "Jeder Fernbus ist bequemer als die neuen Doppelstock IC Wagen der Deutschen Bahn." Jan Krehl, Bahnexperte und Initiator des Fernverkehrskonzept im VCD, ergänzt: "Traurig ist was die DB ihren Kunden im Fernverkehr künftig zumutet."
Die jetzt vorgestellten Wagen sollten eigentlich bereits 2013 als IC eingesetzt werden. Jedoch verhindern technische Probleme bis heute den Einsatz. Der Einsatz der Doppelstockwagen spare der Bahn Kosten und seien wirtschaftlicher, da es keinen Speisewagen oder Bistrowagen mehr gebe und pro Wagen mehr Menschen befördert werden könnten. Die neuen Wagen seien zudem auf Grund der Ausstattung deutlich pflegeleichter und müssen technisch seltener gewartet werden. Mit kürzeren Zügen Können mehr Menschen befördert werden, was Wagen und Geld spart. Im VCD sieht man die Entwicklung bedenklich, "da mit weniger Komfort das Reisen im Zug keinen Spaß mehr macht und Reisende auf die Straße umsteigen. Die alten IC Wagen wurden optisch neu gestaltet und sind deutlich komfortabler. Aber sie sind schwer und verbrauchen mehr Energie", glaubt man beim VCD die Gründe der Bahn zu kennen.
Der VCD fordert die DB Fernverkehr auf, im Fernverkehr auf Qualität zu setzen und die Doppelstockwagen neu auszustatten oder an DB Regio zu übergeben. Doppelstockwagen können auch im Fernverkehr angemessene Fahrgastfreundliche komfortable Ausstattung haben. Dies beweise die Schweizer SBB mit dem IC2000, dessen Doppelstockwagen eine beispielhafte Fahrgastraumausstattung hätten und auch 200 km/h fahren, ebenso wie der TGV Doppelstockzug, welcher in Frankreich und Deutschland fährt.
Im VCD spricht man nun von einer "Kundenverarschung." Fazit des Verkehrsclubs: "Nahverkehrszüge mit Teppich und Kopfkissen, weiß lackiert. So geht Fernverkehr nicht."
(Pressemeldung VCD, 03.10.14).

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Ungelesener BeitragVerfasst: Do 15. Okt 2015, 18:44 
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Deutsche Bahn: Doppelstöckige Intercitys rollen ab Dezember

Mit dem neuen Fahrplan kommen neue Züge: Ab diesem Winter können Bahnfahrer in doppelstöckigen Intercitys reisen. Auch in neue ICE-Züge investiert die Deutsche Bahn Milliarden.

Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember rollen die neuen Intercity 2 los: Die Deutsche Bahn erneuert ihre Fernzugflotte und bringt zum ersten Mal doppelstöckige IC-Züge auf die Schienen.

Insgesamt sollen im ersten Halbjahr 2016 schrittweise 27 der neuen Fernzüge in den Linienverkehr eingeführt werden, die die alten IC in den nächsten Jahren ersetzen. Im Jahr 2030 soll die Intercity-2-Flotte dann 120 Züge umfassen.

Bis dahin will die Bahn rund zwölf Milliarden Euro in neue Fernzüge investieren. Sieben Milliarden werden auch in neue ICE-Züge fließen, deren Modellvariante bislang unter dem Namen ICx bekannt ist. Der Konzern wird die neue Zuggeneration künftig ICE 4 nennen, wie Vorstandschef Rüdiger Grube sagte. Die ersten von insgesamt 130 bestellten ICE 4 sollen Ende 2017 den Betrieb aufnehmen.

Quelle: http://www.spiegel.de/reise/aktuell/deu ... 54505.html


Testzulassung für Dosto-IC ab November


Die Loks und Wagen des Doppelstock-IC, von der Deutschen Bahn jetzt als Intercity 2 (IC 2) getauft, haben am 23.09.2015 vom Eisenbahn-Bundesamt die Zulassung für den Testbetrieb erhalten.

Im November soll laut Bombardier die Zulassung für den Personenverkehr vorliegen. Die Deutsche Bahn ist damit zuversichtlich, die ersten Züge ab Fahrplanwechsel einsetzen zu können, zunächst zwischen Leipzig und Norddeich, so die neue Vorstandschefin der DB Fernverkehr AG, Birgit Bohle. Bombardier will bis dahin 27 fünfteilige Garnituren abliefern. Bei den neuen Doppelstock-Mittelwagen für den Regioverkehr ist der Hersteller "zuversichtlich", ebenfalls im November vom Eisenbahn-Bundesamt die Personenverkehrs-Zulassung zu erhalten. Die Zulassung für die neu entwickelten Triebwagen soll im vierten Quartal 2016 erfolgen. Laut DB-Chef Rüdiger Grube sollen zudem die ICx als ICE 4 ab Dezember 2017 zum Einsatz kommen.

Quelle: www.eurailpress.de


Deutsche Bahn: Dosto-IC kommen in drei Schritten in Betrieb

Die Deutsche Bahn wird zum Fahrplanwechsel im Dezember die neuen Doppelstock-IC, auch IC2 genannt, stufenweise in Betrieb nehmen.
So soll als erstes die Linie 56 Norddeich – Bremen – Hannover – Leipzig zum Fahrplanwechsel umgestellt werden. Ab Februar 2016 erfolgt die Umstellung der Linie 55 Köln – Hannover – Dresden und ab März 2016 dann die Linie 35 Norddeich – Köln.


Quelle: www.eurailpress.de

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Ungelesener BeitragVerfasst: Do 15. Okt 2015, 18:52 
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Bei dem ganzen Presseecho kein Urteil über die Inneneinrichtung?

HABEN sie denn nun in ihrem Menschenverfrachtungsunternehmen nachgebessert? Oder sagt man sich: Es war ja nun ein Jahr Ruhe, und nun lassen wir den Dreck auf die Menschheit los? Wie bei den meisten krüppeligen "Neuschöpfungen"...!

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Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 28. Okt 2015, 00:16 
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Intercity 2 auf den Namen "Leipziger Neuseenland" getauft

Neuer Intercity als rollender Botschafter für die Region Leipzig bundesweit unterwegs

Am Samstag, 24.Oktober, 16.30 Uhr, taufen Birgit Bohle, Vorstandsvorsitzende der DB Fernverkehr AG, Dr. André Zeug, Vorstandsvorsitzender DB Station&Service AG, Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Dr. Gabriela Lantzsch, Vorstandsvorsitzende des Tourismusvereins Leipziger Neuseenland, und der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Eckart Fricke, gemeinsam einen Intercity 2 auf den Namen "Leipziger Neuseenland".

Wasserwelten, Kulturerleben und Großstadtflair – das ist das Leipziger Neuseenland. Wer Leipzig und die umliegende Region besucht, wird überrascht sein, was die ehemals von Bergbau geprägte Landschaft zu bieten hat. Strand, Entspannung, Action oder Kultur – all das ist im Leipziger Neuseenland erlebbar. Besondere Bedeutung und Anziehungskraft besitzt das touristische Wasserwegenetz. Hier verbinden naturbelassene Fließgewässer die Kulturstadt Leipzig mit den umliegenden neu entstandenen Seen.

Ab 13. Dezember, zum Fahrplanwechsel, feiert der neue Intercity Premiere auf der Strecke Leipzig?Hannover?Norddeich. Hier werden die ersten neuen Doppelstockzüge im 2-Stunden-Takt rollen und die bisher auf dieser Strecke eingesetzten Intercity-Züge ablösen. Voraussichtlich ab Februar 2016 verbindet die neue Fernzuggeneration Dresden, Hannover und Köln miteinander. Zeitgleich verkehren einzelne Züge von Düsseldorf über Kassel nach Halle (Saale) oder Jena.

Bis 2030 sollen bundesweit rund fünf Millionen Menschen neu oder besser an den Fernverkehr der Deutschen Bahn angebunden werden und das bestehende Intercity-Netz schrittweise zu einem engen Flächennetz verknüpft werden. Dafür sind insgesamt rund 190 neue bequeme Direktverbindungen im 2-Stunden-Takt aus allen Regionen in die 50 größten deutschen Städte vorgesehen.

So wie die ICE Städtenamen tragen, erhalten die neuen, umweltfreundlichen Intercity-Züge in den nächsten Jahren die Namen von bedeutenden touristischen Regionen, Inseln, Gebirgen, Naturschutzgebieten oder Landschaften, um diese bekannt zu machen.

Quelle: DB Mobility Logistics AG

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Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 28. Okt 2015, 09:39 
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Ach so funktioniert das - im Fernverkehr ebenso wie im Nah- und Güterverkehr.
Erst Kahlschlag betreiben, und sich dann selber für das "Wiederanschließen tausender Menschen" feiern. Noch dazu mit einer weiteren neuen rollenden Konservenbüchse, und das ganze dann noch als Komfort-Quantensprung bezeichnen. Ich bin eher skeptisch - wie bei allen tollen Innovationen der Bahn! Die Vorab-Kritiken für die Karren waren ja mäßig bis vernichtend...

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Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 28. Okt 2015, 22:39 
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Naja, die "Viehtransporte" sind ja eh unterwegs -> http://www.ksta.de/aus-dem-kreis/protes ... tem,1.html

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Ungelesener BeitragVerfasst: Do 29. Okt 2015, 04:42 
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Ohhhh - große Überraschung - Enttäuschung über die ach so sehnlichst herbeigewünschten heiligen LINTplagen?

Jetzt BIN ich aber total perplex! Eng? Kann doch gar nicht sein, "großzügig und komfortabel" hieß es doch! Türzeremonien zu lang? Das konnte ja niemand ahnen! Und außerdem: Ein Zug ist mit "+5" noch "plan" - der Anschluß konnte jedoch leider nicht warten. Dafür ist der nächste dann verspätet. Das KVB-Phänomen: Man wartet länger auf eine Bahn, als es im Takt überhaupt möglich wäre - 20 Minuten im Viertelstundentakt gewartet....die seltsame Pünktlichkeitsstatistik der DB AG.

Ich glaube, ich schrieb schon vor geraumer Zeit, daß sich das RE9-Hamsterbackenfiasko wiederholt...hat keiner für voll genommen.

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Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 16. Dez 2015, 21:58 
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Neue IC-Züge müssen in die Werkstatt

Hannover. Gleich nach ihrer Deutschlandpremiere müssen die neuen Doppelstock-Intercitys der Bahn einen Werkstattstopp einplanen. Grund ist ein auf bestimmten Streckenabschnitten aufgetretenes Wanken der Waggons. Wie die Deutsche Bahn am Dienstag mitteilte, kommt es zu dem Schwanken in Bereichen, in denen die Schienen frisch abgeschliffen worden seien, Reisende empfänden es als unangenehm. Gemeinsam mit dem Hersteller soll nun an einer Anpassung des Dämpfungssystems gearbeitet werden. Wie die Nordwest-Zeitung berichtete, sorgten auch technische Probleme mit den Türen für Verspätungen. Die Züge fahren seit Sonntag auf der Linie Norddeich-Hannover-Magdeburg-Leipzig.


In der FAZ liest sich das etwas "ausführlicher" ............ pfffft.

Gemeinsam mit dem Hersteller Bombardier soll an einer Anpassung des Feder- und Dämpfungssystems gearbeitet werden, es gebe keine reparaturbedürftigen technischen Mängel. Außerdem geht die Bahn davon aus, dass sich das Wanken nach einer gewissen Einfahrzeit der verschleißoptimierten Radsätze deutlich verringern wird. „Das ist eine Frage des Komforts, wir bemühen uns mit Hochdruck um eine Verbesserung, wir reden nicht über einen technischen Defekt“, sagte Bombardier-Sprecher Andreas Dienemann. Einschränkungen im Fahrplan soll es nicht geben.

Den ganzen Artikel gibt es hier -> http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/u ... 67482.html

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Ungelesener BeitragVerfasst: Do 17. Dez 2015, 00:39 
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Schrott bleibt Schrott....ob man Probleme beim Wort nennt, oder nicht....

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Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 23. Dez 2015, 15:38 
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Neuer IC 2 im Test: Prestige-Zug mit Wellengang

Mit der nächsten Intercity-Generation will die Bahn Zugfahren attraktiver machen. Doch eine erste Testfahrt zeigt: die Doppelstockzüge schwanken beträchtlich.

Hannover. Mehr Komfort, bessere Aussicht, neues Design – mit der nächsten Intercity-Generation wollte die Bahn das Zugfahren attraktiver machen. Doch der doppelstöckige IC 2 macht bislang vor allem durch spürbares Schwanken während der Fahrt Schlagzeilen. Wir wollten wissen, wie heftig der Wellengang im neuen Zug tatsächlich ist, und sind ein Stück mitgefahren.

Abfahrt Hannover-Hauptbahnhof. Kaum ist der Zug angefahren, wird klar: Es ist nicht übertrieben, von Schaukeln zu sprechen. In der oberen der zwei Etagen ist noch ein Platz neben einer Dame frei, die eingenickt ist. Ihr Kopf schlägt zwischen den königsblauen Kopfstützen hin und her. Rechts, links, rechts, links. Ein Zugbegleiter stolpert die Treppe herauf. Breitbeinig, die Hände haltsuchend zu den Seiten ausgestreckt, kämpft er sich durch den Mittelgang. Ein älterer Herr gluckst fröhlich vor sich hin. "Ist wie auf hoher See, nicht wahr?", brüllt er durch den Waggon, als müsste er eine Brandung übertönen.

Die Doppelstockzüge, die vor gut einer Woche auf der Strecke Leipzig– Norddeich ihre Premiere feierten, schwanken wie eine Fähre bei der Überfahrt. Besonders im oberen Stockwerk ist Seetauglichkeit gefragt. Nimmt der Zug Fahrt auf, schunkeln die Passagiere unfreiwillig in ihren Sitzen. Lesen, Stricken, Kreuzworträtsel Ausfüllen werden zur Herausforderung, manchem Reisenden wird sogar speiübel. "Ich musste mich beinahe übergeben", sagt ausgerechnet Ralf Kuhlmann.

Der Zugbegleiter fährt zum ersten Mal im neuen Intercity, dieses Mal als Passagier. Wie die meisten will er oben sitzen und den Ausblick genießen. Aber kurz darauf hockt er im Bauch des Zuges, bleich um die Nase fächert er sich mit dem Reiseplan Luft zu. "Ich habe nichts gegen Schwanken. Aber dieser Zug schwankt ein bisschen zu viel", sagt Kuhlmann.

Der Deutschen Bahn, die vor Einführung ihres Vorzeigeschnellzuges kräftig die Werbetrommel rührte, ist der Wirbel um die wankenden Waggons selbstredend unangenehm. Der Schaukelkurs stelle "kein Sicherheitsrisiko" dar, die Züge seien geprüft und zugelassen, betont eine Konzernsprecherin. Außerdem sei das Wanken nur auf bestimmten Streckenabschnitten zu spüren, etwa zwischen Leipzig und Halle oder zwischen Magdeburg und Köthen. Tatsächlich aber wippt der IC 2 auch zwischen Hannover und Nienburg, Verden und Bremen heftig hin und her, sobald er sich an die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h heranarbeitet.

Das Zugpersonal erklärt auf Nachfrage, Hersteller Bombardier habe den IC 2 besonders fahrgastfreundlich bauen wollen. Die Federn seien darauf ausgerichtet, unangenehme Stöße zu mindern – dass der Zug nun schwankt, sei quasi der Preis des Komforts.

Dabei ist Komfort genau das, wofür die neue Intercity-Generation stehen soll: Beinfreiheit wie im großen Bruder ICE, extra breite Einstiegstüren und Steckdosen an jedem Sitzplatz sind nur ein paar der Annehmlichkeiten, die die Vorgänger-IC alt aussehen lassen. Der "Doppelstockzug zum Wohlfühlen" besteht serienmäßig aus drei 2.-Klasse-Wagen, einem 1. Klasse-Wagen und einer Lok. 462 Fernreisende finden darin Platz. Ausklappbare Tische mit Laptop-Verlängerung, in der Höhe verstellbare Kopfstützen, leistungsstarke LTE-Mobilfunkverstärker, hypersensible Rauchmelder auf der Toilette und praktische Bechermulden für schwappende Getränke machen die positiven Neuheiten komplett. Aber es gibt auch Klagen: Die Gepäckfächer an der Decke seien zu klein, die Jackenhalter zwischen den Sitzen völlig fehl am Platz, und wo ist überhaupt der Speisewagen?

Den gibt es nicht mehr, stattdessen gibt es Speisen und Getränke am Platz. Mit einem Körbchen voller Muffins, Cookies und Colaflasche torkelt ein Service-Mitarbeiter durch den Mittelgang. Ans Essen denkt jedoch fast niemand. "Fühlt sich an, als würde der Zug gleich aus den Gleisen springen", sagt eine Frau besorgt. Für andere ist das Schwanken nach defekten Klimaanlagen und verschlossenen Türen nur ein weiteres Versagen der Deutschen Bahn.

Prestige-Zug mit Kinderkrankheiten

"Neu, neuer, der neue Intercity" – mit diesem Slogan wirbt die Deutsche Bahn für ihre Doppelstock-ICs, die seit 12. Dezember auf der Linie Norddeich-Hannover-Leipzig unterwegs sind. Anfang 2016 kommen mit Dresden-Hannover-Köln, Köln-Kassel-Halle/Leipzig und Koblenz-Köln-Münster-Norddeich drei weitere Strecken hinzu. Ende 2010 bestellte die Bahn insgesamt 44 Intercity-2-Garnituren beim Waggonbauer Bombardier. Die ersten 27, für die der Konzern rund 360 Millionen Euro ausgegeben hat, sollten ursprünglich schon Ende 2013, spätestens jedoch im Sommer 2014, auf die Schiene kommen. Ihre Auslieferung verzögert sich nun bis Sommer 2016, die restlichen 17 sollen bis Ende 2017 folgen.

Quelle: http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichte ... Wellengang

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