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Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 11. Mär 2017, 18:06 
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Registriert: Mi 19. Mai 2010, 20:44
Beiträge: 3913
Wohnort: 65482 Rüsselsheim-Königstädten
Bahn verbrennt Geld mit der Bordgastronomie

Die Ofenkartoffel ist aus, die Bierzapf-Anlage läuft nicht: Es geht jede Menge schief in den Speisewagen der Deutschen Bahn. Und dann fahren sie nach SPIEGEL-Informationen auch noch ein Millionendefizit ein.

Weiter bei Spiegel Online -> http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 38186.html

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Gruß, Michael


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Ungelesener BeitragVerfasst: So 12. Mär 2017, 11:44 
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Oberster Betriebsleiter (Admin)
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Registriert: Do 20. Mai 2010, 21:40
Beiträge: 7109
Wohnort: 57629 Höchstenbach / Ww.
Nicht nur bei Urlaubsreisen nutze ich gern den "gastronomischen Service". Das heißt, ich würde ihn gern nutzen, doch tatsächlich geht gefühlt jeder zweite gastronomische Wunsch im Bord-Bistro, im Bord-Restaurant oder am Platz in die Hose.
Am-Platz-Service in der 1. Klasse? Naja, wenn man lang genug fährt, und Glück hat, daß der Zug in voller Personalstärke unterwegs ist, besteht die Chance, das versprochene Frühstück auch zu erhalten.
Bier vom Faß? Das vollmundige Versprechen endet meistens mit einer 0,33er Flasche und einem Glas. Hier hatte ich geschätzte 3 von 10 Versuchen, die mit Erfolg gekrönt waren.
"Tut mir leid, ist leider aus!" - gehört inzwischen zu einem der Running Gags in meiner Hausbar, wenn mein Kumpel zu Besuch ist. Er bestellt irgendwas, ich verschwinde kurz unter der Theke oder in der Küche, und erscheine mit betrübter Miene, hochgezogenen Schultern und unschuldig ausgestreckten Händen, und sage den Satz - seitdem wir einmal mit dem ICE in Nürnberg waren, und auf Eigenverpflegung angewiesen waren.

Besonders schlimm scheint es um die Route Köln - Norddeutschland bestellt zu sein. Nicht nur, daß die Züge ständig rappelvoll sind, auch daß das Bordbistro schon nach 15% des Laufweges nicht selten ausverkauft ist, spricht nicht für logistische Meisterleistungen, und ist Standard. Selbst meine nicht sehr häufig bahnfahrende Frau sagte schon, daß wir im Sommer nach/von Bremerhaven in Köln bzw. Bremen einen kurzen Aufenthalt zum Proviantkauf einplanen sollten.

Doch auch beim ICE als Eurostar-Zubringer nach Brüssel haben wir nicht selten Pech gehabt. Einmal war noch nicht mal jemand im sperrangelweit offenen Bistro oder in dessen Dunstkreis anzutreffen, nachdem wir (trotz 1. Klasse) nach geraumer Wartezeit uns entschlossen hatten, selbst loszuziehen - und mehrere Minuten auf die Bedienung warteten, die nicht erschien. Beim Ausstieg in Brüssel stand der junge Herr aus einem "anderen Kulturkreis" relaxt rauchend an der Ladetür...


Also wenn die DB Gastronomie - oder wie auch immer die wieder heißen - das hielten, was sie versprechen, hätten sie sicher allein von mir in den letzten Jahren schon bestimmt einige hundert Euro mehr erhalten...

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„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein
"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
Konrad Adenauer


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Ungelesener BeitragVerfasst: So 12. Mär 2017, 18:15 
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Generalvertretungsleiter

Registriert: Mo 7. Jun 2010, 14:36
Beiträge: 2655
Das Verschwinden der gastronomischen Kultur setzt sich halt im Bahnbereich fort.
Wer plant denn heute schon eine längere Reise ein, indem er Pausen einbaut, die auch Zeit lassen, für einen ausgiebigen Genuß?
Vor etwa 80 Jahren wurde in der Reichsbahnkellerei Traben-Trabach, keine 15 km von mir, zu diesem ausgiebigen Genuß die 0,2-Liter-Flasche für Wein erfunden.
Sie war aus dem "Pikkolo" des Sektherstellers Henkell hervorgegangen. Wenn der Reisende etwa mit dem Rheingold von Köln nach Basel fuhr, wollte man ihm Proben all der Weinanbaugebiete kredenzen, die der Zug streifte.
Drei oder vier 0,7er-Flaschen hätten ihn wahrscheinlich betäubt, also wählte man eine gefälligere Alternative.

Das war einmal.

Heute ist der Reisende rastlos und hat den Genuß verlernt - die "Systemgastronomie" zieht nach und stopft ihn nun halt eben niveaulos wie Vieh ab.

Alles eine Frage der Nachfrage...
(...sagt der Mann auf die Frage, warum er seine 84-jährige Ehefrau nicht mehr anschaffen schickt).

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Heinrich von Hirschfeld: Der Verstand wächst mit seiner Beanspruchung.Ob Philosophie, Philantropie oder Phimose: Die Basis jeder Grundlage ist das Fundament


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 13. Mär 2017, 13:15 
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Lehrlokführer
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Registriert: Di 8. Jun 2010, 00:43
Beiträge: 470
In Sachen Bordgastronomie möchte ich an dieser Stelle Werbung für den "Rheingold" der AKE-Eisenbahntouristik machen.

Am vergangenen Samstag habe ich an einer Fahrt von Köln nach Papenburg (Besichtigung der Meyer-Werft) und zurück teilgenommen.
Die von E10 1309 geführte, artenreine Garnitur bestand aus 11 Wagen der ersten Wagenklasse, darunter ein Aussichtswagen und drei (!) Speisewagen.
Auf der Hinfahrt wurde ein Kölsch im "DomeCar" genossen, auf der Rückfahrt Hühnerfrikassee mit Reis in einem der Speisewagen.

Zur Auswahl standen auf der Hinfahrt zwei Frühstücksvarianten und auf der Rückfahrt drei Hauptgerichte auf der Karte.
In jedem Speisewagen wurden 3 bis 4 Mann Personal gesichtet, aufgrund der Vorbestellung des Abendessens auf der Hinfahrt
und die Aufsplittung auf zwei Essenszeiten kam das Essen schnell, heiss und lecker auf den Tisch.

Alles in allem nicht die günstigste, dafür aber eine sehr angenehme Form des Reisen im Stil der achtziger Jahre.

Gruß Wolfgang

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Man muss nicht alles knipsen, was man sieht. Man muss nicht alles posten, was man knipst.


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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 13. Mär 2017, 20:45 
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Oberster Betriebsleiter (Admin)
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Registriert: Do 20. Mai 2010, 21:40
Beiträge: 7109
Wohnort: 57629 Höchstenbach / Ww.
Interessant...
Auf der gleichen Strecke - allerdings noch einige km weiter, nämlich bis Emden Außenhafen - hat meine Holde vor gut einem Jahr vom Personal auf die Frage nach wenigstens einem Kaffee nur die Antwort erhalten, daß das Management die Strecke als zu kurz für eine Reisendenverpflegung erachten würde, und selbst das Bistro eingespart worden sei. Auch ein Trolleyverkauf scheint nicht im Serviceportfolio der "besten Bahn" aufzutauchen. Nun ja, inzwischen fahren dort ja die weißen Dosto-REs, kackfrech als "IC2" bezeichnet, da hätte sich das durch die Treppen eh erledigt...
Einfach nur erbärmlich!

Aber der Verein muß sich ja nun auch vorführen lassen, wie Autoreisezug geht....

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