Das Rad und Schiene Forum (http://www.das-rad-und-schiene-forum.de)

Das etwas "andere" Eisenbahnforum Deutschlands
Aktuelle Zeit: Mo 19. Feb 2018, 11:15

Alle Zeiten sind UTC+01:00




Ein neues Thema erstellen  Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 
Autor Nachricht
Ungelesener BeitragVerfasst: So 16. Apr 2017, 14:51 
Offline
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: Mi 19. Mai 2010, 20:44
Beiträge: 3913
Wohnort: 65482 Rüsselsheim-Königstädten
Chancen für ältere Bewerber
Bahn sucht 8000 neue Mitarbeiter


Die Deutsche Bahn setzt bei der Suche nach neuem Personal nicht nur auf Schulabgänger, sondern auch auf ältere Bewerber. Den passenden Mitarbeiter finden, ist laut Personalvorstand Weber "keine Frage des Alters, sondern der Haltung". -> http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bahn-such ... 95311.html

_________________
Gruß, Michael


Nach oben
   
Ungelesener BeitragVerfasst: So 16. Apr 2017, 15:22 
Offline
Oberster Betriebsleiter (Admin)
Benutzeravatar

Registriert: Do 20. Mai 2010, 21:40
Beiträge: 7109
Wohnort: 57629 Höchstenbach / Ww.
Eine interessante Erkenntnis, über die ich in einem sehr breiten Spektrum referieren könnte...

Es begann 1997, als ich mit meiner Bewerbung bei der Bahn abblitzte, weil die Ausbildungsstellen vorrangig für Schulabgänger vorgesehen waren - ich war denen zu dem Zeitpunkt im senilen Alter von 25 Jahren einfach schon zu alt!
Später ging es gar nicht schnell genug, sich von den "alten Hasen" mittels Altersteilzeit und Vorruhestand zu verabschieden.

Auf einmal erkennt man den Wert "reiferer" Bewerber? Hat ja auch lange genug gedauert.

Bei meiner Tätigkeit als Dozent für einen renommierten Ausbildungsbetrieb stelle ich inzwischen einen immer höheren Altersquerschnitt fest. Und soll ich Euch was sagen? Gerade die älteren Semester, die sich darum bemühen, sind oft erfolgreicher, als die jung, dynamisch, erfolglosen Typen, deren Gedanken sich schon während der Ausbildung primär um die vielen Samstagabende und Feiertage drehen, an denen man nicht dienstfrei hat. Und das, obwohl der Mensch mit zunehmendem Alter sich nachweislich immer schwerer damit tut, zu lernen. Aber während viele junge Leute schon nach der Mittagspause nahezu fünfminütlich auf die Uhr schauen, kreist der Gedanke der Familienmutter zwei Plätze weiter nur darum, ob man besser VOR oder NACH dem Zubereiten und der gemeinsamen Einnahme des Abendbrotes sich das mit den verschiedenen "Betriebsstellen" noch mal ansieht.
Mein derzeitiger Kurs in Bielefeld ist ein hervorragendes Beispiel dafür - und irgendwie ist das ein ganz besonderer Kurs, der mir in der kurzen Zeit sehr ans Herz gewachsen ist, auch wenn es für mich ungewohnt ist, so oft von Sonntagsabends bis Freitagsabends nicht nach Hause zu kommen - aber umso mehr freut man sich aufs Wochenende. Wie schwierig das mit dem zunehmenden Alter wird, merke ich ja selbst auch, denn gerade als Dozent muß ich mich ja noch intensiver mit den leider immer häufiger (Nicht zuletzt durch EU-Schwachsinn) und umfangreicher werdenden Änderungen befassen, als der Endanwender - schließlich muß ich ja Rede und Antwort stehen können. Da bin ich dann auch immer froh, wenn ich mal im Falle eines leichten Schulterzuckens meine "Notfallnummer" habe, und mich an das letzte Glied der Informationskette im "Herausgeberbereich" wenden kann - Ihr wißt schon... ;)

Bleibt nur noch zu hoffen, daß sich die Bahn dann nicht wieder nur an die Betriebszugehörigkeit erinnert, wenn es denn mal wieder zu einer der nicht selten selbst mitverursachten Flauten im Geschäft und damit einhergehend zu einem vorübergehenden "Personalüberhang" kommt, sondern an die Zuverlässigkeit der "alten Kämpen".

_________________
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein
"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
Konrad Adenauer


Nach oben
   
Ungelesener BeitragVerfasst: So 16. Apr 2017, 21:45 
Offline
Generalvertretungsleiter

Registriert: Mo 7. Jun 2010, 14:36
Beiträge: 2655
Vielleicht ist nun auch die Zeit, über neue Arbeitszeit- und Rentenmodelle nachzudenken, denn warum propagieren die roten 1.Mai-Schreihälse immer noch völlig an der Realität vorbei die Zwangsrente mit 63 ohne Abschlag anstatt einmal der Tatsache Rechnung zu tragen, daß heute viele 70-jährige weitaus gesünder, vitaler, leistungsfähiger und -williger sind als die 50-jährigen etwa 1977?

Ich persönlich werde mir von Altkommunisten und -sozialisten mit Sicherheit nicht vorschreiben lassen, wann ich aufhöre zu arbeiten. Meinetwegen sollen Schulz, Merkel und Co. mit 63 in Rente gehen - damit wäre sowieso allen geholfen.

Ich sehe es aber z.B. im wissenschaftlichen Bereich, wo viele Koryphäen mit 65 Jahren auf der Höhe ihres Faches sind und durchaus noch 10 und mehr Jahre fruchtbar arbeiten könnten, nicht ein, warum man gegen seinen Willen nachhause geschickt werden soll und auch Lokführer in diesem Alter, die einem Mittdreißiger auf jeden Fall noch gleichwertig sind, sollten -solange sie möchten- weiterbeschäftigt werden dürfen.

Schon jetzt ist es gerade auf dem Land wie hier bei uns üblich, daß jemand mit 65 in Rente geht, aber einen Monat später wieder auf 450-Euro-Basis an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt. So würde z.B. in den Kreisen Simmern, Bernkastel-Wittlich oder Birkenfeld der ÖPNV ohne Busfahrer im Rentenalter zusammenbrechen.
Auch 50% der Handwerksbetriebe wären ohne ihren Altmeister in der Altersgruppe 65+ oder ihre gleichaltrige mithelfende Seniorchefin aufgeschmissen.

Selbst mein Kumpel, Jahrgang 1943, der vor 6 Jahren seine Zahnarztpraxis abgegeben hat, ist heute noch ein, zweimal die Woche eine unverzichtbare Stütze seines Nachfolgers, der nicht zuletzt von der annähernd 50-jährigen Berufserfahrung profitiert, wie auch die Patienten.

Mein früherer Schulleiter hatte schon vor Jahren eine grandiose Idee.
Er wollte ab 63 gerne jedes Jahr einen Wochentag weniger arbeiten, aber dann auch über das 65.Lebensjahr hinaus bis zum 68.
Die ADD hätte dieses Modell mitgetragen. Nicht so die Personalvertretungen, die da mit dem ihnen eigenen Hang zu Grundsatzendlosdebatten quergeschossen haben.

So wurde er ungewollt zum Schuljahresende 2013/14 ausgesondert.

Heute ist er -als gelernter BWL'er mit Schwerpunkt Finanzwirtschaft- ein gefragter Unternehmensberater.

_________________
Heinrich von Hirschfeld: Der Verstand wächst mit seiner Beanspruchung.Ob Philosophie, Philantropie oder Phimose: Die Basis jeder Grundlage ist das Fundament


Nach oben
   
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen  Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC+01:00


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu Forum:  
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Limited
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de