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Ungelesener BeitragVerfasst: So 23. Apr 2017, 19:24 
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Lehrlokführer
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Registriert: Mo 6. Jan 2014, 21:02
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In der Osterwoche verbrachten meine Frau und ich eine Woche an der Nordseeküste. Das Wetter war durchweg sonnig, stark windig bis stürmisch und SAUKALT!!! Mit entsprechendem Windschutz ließ es sich aber sehr gut aushalten.

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Zunächst ging es mal zum Strandspaziergang und Ausschau halten nach "großen Pötten". Das ist am Strand von Duhnen (Stadtteil von Cuxhaven) kein Problem. Empfehlenswert ist immer, ein Fernglas dabei zu haben (nein, ich bin kein Spanner!), denn unmittelbar neben dem Strand verläuft die Fahrrinne der Elbmündung.

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Bei Niedrigwasser kann man ein Stück übers Watt bis zum sogenannten Leitdamm wandern und steht unmittelbar an der Fahrrinne. Da fahren die Dickschiffe einem fast über die Füße. Im Bild rechts erkennt man so gerade eben einige Leute, die auf den Steinblöcken des Leitdammes stehen.

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Und einmal volle Breitseite.

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Noch eine kleine Ergänzung zu dem Containerfrachter. Er gehört eher noch zu den kleineren sogenannten "Megaboxern" (siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Ultra_Lar ... ainer_Ship). Die "New York Express" der Reederei Hapag Lloyd ist ca. 365 m lang, ca. 48 m breit und hat bei ca.145.000 tdw (tons dead weight), früher sagte man Bruttoregistertonnen, eine Kapazität von 13.200 TEU. Zur Erläuterung: TEU = Twenty feet equivalent unit = 20 Fuß Standard-Container. Der größte Megaboxer, der mir bisher in Cuxhaven auf dem Weg nach Hamburg vor die Linse gekommen ist, war im April 2011 die "CSCL Star" mit 155.000 Tonnen, 366 m Länge, 52 m Breite und 14.100 TEU.

An einem Tag war mal Hamburg angesagt mit der Speicherstadt. Hier werden an einem alten Lagerhaus Teppichballen aus einem Container entladen.

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Wer behauptet, Teppiche könnten nicht fliegen?

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Zur Stärkung hatten wir uns am späten Mittag ein absolutes Kultobjekt ausgesucht. Unmittelbar neben (oder fast unter) der Oberhafenbrücke, der südlichen Einfahrt zum Hauptbahnhof steht die Oberhafen-Kantine (https://de.wikipedia.org/wiki/Oberhafenkantine) aus dem Jahr 1925. Hier verläßt gerade ein ICE den Hamburger Hbf.

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Dieses Gebäude steht unmittelbar an der Kaikante des Oberhafens und hat im Laufe der Jahrzehnte unter den Gezeiten und vielen Sturmfluten gelitten. Dadurch bedingt, ist es "ein wenig" nach vorne abgesackt.

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Wir müssen nicht nach Pisa wegen einem schiefen Bauwerk, Hamburg hat ebenfalls so etwas zu bieten.

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Die Neigung liegt bei 8,7 Grad. Das sollte man bei servierten Getränken oder Speisen (insbesondere Suppen) beachten!

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Dieses kleine Haus ist der Hammer! Die Küche ist hervorragend (deftig), man sollte allerdings rechtzeitig Plätze reservieren lassen, das Haus ist immer proppenvoll.

Die Gegend um Duhnen bietet aber auch hervorragende Wanderwege. Entlang des Dünenweges wanderten wir vom Stadtteil Sahlenburg nach einer größeren Runde wieder zurück nach Duhnen und kamen zum sogenannten "Duhner Anwachs". So wird die Landgewinnung zwischen Sahlenburg und Duhnen bezeichnet: http://cuxpedia.de/index.php?title=Duhner_Anwachs .

An dessen südlichem Ende trafen wir auf etwas Unvorhergesehenes. Zunächst erregte ein Stapel Feldbahnschienen meine Aufmerksamkeit.

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Rechts davon stand ein vierachsiger Flachwagen einer Feldbahn mit Bündeln von Faschinen.

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Eine Strecke verlief durch die Salzwiesen des Deichvorlandes zu der Buhne. Im Hintergrund erkennt man am Horizont die Insel Neuwerk, die bei Ebbe mit Wattwagen zu erreichen ist.

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Weiter rechts schließlich stand eine kleine Feldbahnlok mit zwei Wagen. Am Horizont erkennt man ein Containerschiff, wieder ein "Megaboxer", der Reederei MSC auf dem Weg nach Hamburg.

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Dann habe ich mich mal näher mit der Feldbahn befaßt. Näher ist eigentlich nicht der richtige Begriff, denn das Deichvorland ist Schutzgebiet und das Betreten und Befahren ist mit Ausnahme der Feldbahn nicht gestattet. Also habe ich mal munter "teliert".

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Zu dieser sogenannten Küstenschutzbahn habe ich hier noch einiges gefunden: http://cuxpedia.de/index.php?title=K%C3 ... schutzbahn

Bei der hier aufgenommenen Lok handelt es sich um eine Diema Typ DS 20 der Diepholzer Maschinenfabrik F. Schöttler, Diepholz. Es ist die Diema 2599 mit dem Baujahr 1963.

Die Feldbahn ist immer noch im Rahmen des Küstenschutzes im Einsatz.

Das war's von der Küste. Und jetzt einen Grog!

Gruß

Heiner

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Wenn Du ein Licht am Ende des Tunnels siehst, bete, daß es kein Zug ist! :shock:

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Zuletzt geändert von Heiner Neumann am So 23. Apr 2017, 21:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Ungelesener BeitragVerfasst: So 23. Apr 2017, 20:16 
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Das ist ja mal ganz was anderes - danke für die schrägen und offenbar recht "frischen" Impressionen!

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Ungelesener BeitragVerfasst: So 23. Apr 2017, 21:38 
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Lehrlokführer
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Ach ja, auf dem letzten Bild erkennt man über der Feldbahnlok noch verschwommen einen Großsegler am Horizont. Dabei dürfte es sich wohl um die Dreimast-Barkentine "Atlantis" handeln, die mir April 2011 schon vor die Linse schaukelte.

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Gruß

Heiner

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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 24. Apr 2017, 09:34 
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Generalvertretungsleiter

Registriert: Mo 7. Jun 2010, 14:36
Beiträge: 2659
Interessante Impressionen.

Es ist erstaunlich, daß es solche Arbeitsplätze wie der des Magazinverwalters, der seine Arbeit in schwindelnder Höhe ohne Helm und nur spärlich gesichert leistet, noch gibt.

Oder die Gelassenheit und Ruhe, die von der Feldbahn und den Deicharbeiten ausstrahlt: Immer wieder reißt das Meer etwas Insel weg und genauso beharrlich trotzt es der Mensch der Natur wieder ab. Immer derselbe Kreislauf, seit Jahrhunderten!

Und wieviel ewiggültige Lebensweisheiten mögen in der Oberhafenkantine schon formuliert und verkündet worden sein?

Tolle Bilder!

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Heinrich von Hirschfeld: Der Verstand wächst mit seiner Beanspruchung.Ob Philosophie, Philantropie oder Phimose: Die Basis jeder Grundlage ist das Fundament


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