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 Betreff des Beitrags: Das Ende der Hunsrückquerbahn
Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 12. Okt 2016, 22:23 
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Generalvertretungsleiter

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Einstimmig haben nun die regionalen politischen Gremien im rheinland-pfälzischen Teil des Nationalparks darauf plädiert, das von den Vereinen Historische Eisenbahn Hunsrück und Pro Hochwald- & Hunsrückbahn vorgelegte Konzept einer Bahnbelustigung zwischen Morbach und Thalfang, das einige "Märklineisenbahner" aus der Taufe gehoben haben, um Jim Knopf und richtige Bahn zu spielen, ohne Eisenbahner zu sein, mit rund 300.000 Euro zu bezuschussen.

Nun soll also der Nationalparktourist umweltfreundlich mit dem Auto nach Morbach anreisen, einen von einer Köf-II gezogenen Wagenzug besteigen und nach Thalfang und zurück zu tuckeln...
Das alles mit Steuergeldern gefördert, denn die Protagonisten dieser Selbstbefriedigung haben selbst finanziell "nix drauf", um es auf einen Nenner zu bringen.

Die DB kann nun mit dem Segen der Kommunen die Netzanschlüsse in Türkismühle und Büchenbeuren kappen und einen weiteren Erfolg bei der Verabschiedung des Konzerns vom Nahverkehr in Rheinland-Pfalz feiern, denn die Saarländer haben schon kundgetan, daß sie auf der Trasse zwischen Türkismühle und Bierfeld (Landesgrenze) einen Radweg bauen wollen.

Es ist damit genau eingetreten, was die Initiatoren noch vor zwei Jahren versucht haben, hier und im Nachbarforum vehement zu bestreiten.
Ich bin ja einerseits froh, daß mich meine Intuition ein weiteres Mal nicht verlassen hat, andererseits ist es traurig, daß nun nach 113 Jahren die Endphase des Hunsrück-/Hochwälder Bahnverkehrs angebrochen ist.
Ein Geschmäckle besonderer Art hat hingegen die Tatsache, daß es bekennende "Eisenbahnfans" sind, die unentgeltlich die Totengräberaufgabe übernommen haben.

Eine bessere Unterstützung ihrer Unternehmensziele -und das zum Nulltarif- kann sich die DB kaum wünschen.

Ich denke, da müßte jetzt wenigstens mal ein Freifahrtschein 2.Klasse über 200 Kilometer für die Vorstandsmitglieder der beiden Vereine herausspringen.
Ich stelle leihweise eine Original-Dampflokführermütze aus den 1960er Jahre zur Verfügung, die Onkel Hans, der auch die Streckenkunde für den Hunsrück besaß, im aktiven Dienst getragen hat, damit die Vereinsvorstände den Ausbau der Weiche in Türkismühle stilvoll salutieren können.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Hunsrückquerbahn
Ungelesener BeitragVerfasst: So 13. Nov 2016, 22:42 
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Lokführer

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Für Infrastruktur (Schiene, Straße, Schulen usw.) hat der Staat (fast) kein Geld mehr, und das in Zeiten maximaler Steuereinnahmen und maximal niedriger Zinsen. Wo bleibt denn nur das viele Geld?! Eigentlich müsste dem braven steuerzahlenden Bürger der Kamm gewaltig anschwellen. Die medial sedierten Wähler lassen es sich aber weitgehend widerstandslos gefallen. Bitter!

Ein schneller, bequemer, dicht getakteter Verkehr vom Hunsrück ab Hahn nach Frankfurt/Mainz (incl. Gensinger Spange) würde m. E. als Metropolenzubringer immer noch Sinn machen, aber die Blockparteien verpulvern das Geld lieber für andere Zwecke. So verkommt die Infrastruktur in Deutschland. Und das, obwohl man sich ja von der Kanzlerin anhören lassen muss, dass Deutschland ein wohlhabendes Land ist. Die Infrastruktur in Deutschland erinnert mich an Argentinien. Das stolze Land war mal Spitze in Südamerika, aber wenn man sich jetzt vor Ort umschaut, erkennt man überall die Abnutzungserscheinungen. Der Lack ist ab, der Verfall erkennbar. Das Land hatte schon mal bessere Zeiten gesehen. Hoffentlich bleibt uns das erspart!


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Hunsrückquerbahn
Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 14. Nov 2016, 14:14 
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Wo das Geld bleibt, das wir eigentlich ohnehin nicht haben?
Schau dich mal an Bahnhofsvorplätzen wie Limburg um. Also Einheimische sind da definitiv in der Unterzahl. Und den Standard, den mancher da hat, kann sich so mancher Einheimischer, der bloß ein bißchen Pech haben mußte, nur neidisch ansehen, denn die Markenklamotten von Kopf bis Fuß, die SIM-Karten für das Nonstop-Palaver mit Afrika und Arabien über neueste Smartphones, die Freifahrscheine im ganzen Verbund und was weiß ich nicht noch alles...das haben die wohl kaum mit ehrlicher Hände Arbeit zusammengespart...Aber das reicht ja noch nicht. Die täglich von der Lücken- und Lügenpresse verheimlichten, aber doch immer wieder durchsickernden "Einzelfälle" in Hülle und Fülle kommen zu dieser Bereicherung noch dazu.

Komisch, wie Du richtig sagst, Rolf, für nichts war Geld da, jahrelang...jetzt können wir davon ausgehen, daß in den nächsten Jahren ÜBERHAUPT kein Geld mehr da ist, im Gegenteil...daß der Bürger noch etwas mehr ausgewrungen werden muß, damit (O-Ton Schäuble) "die Einnahmen wieder sprudeln", und das Geld wieder in die Löcher gestopft wird, die die 2 Millionen höchstproduktiver, hochqualifizierter, hochzivilisierter und hochmotivierter Merkelgäste bis dahin in unsere Kassen gefressen haben... :evil:

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Hunsrückquerbahn
Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 14. Nov 2016, 23:47 
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Generalvertretungsleiter

Registriert: Mo 7. Jun 2010, 14:36
Beiträge: 2761
Rolf hat geschrieben:
Wo bleibt denn nur das viele Geld?! Eigentlich müsste dem braven steuerzahlenden Bürger der Kamm gewaltig anschwellen.

Dank der derzeitigen Zinssituation (der Staat leiht bei der EZB für 0,2%) gibt es allein auf meinem, 30 km langen Weg zur Arbeit inzwischen fünf Straßenbaustellen. Hier wird saniert, was das Zeug hält. Der brave steuerzahlende Bürger ist hochzufrieden. Eine Landesstraße, zuletzt 1979 grundsaniert, wird nun plötzlich auf Hochglanz gebracht, womit niemand mehr gerechnet hat. Ich könnte im Radius von 50km 20 Straßenbauprojekte nennen, die nun zügig realisiert werden. Das gefällt dem Wähler, wohingegen jeder Euro in die Hunsrückquerbahn aufs Schärfste verurteilt wird.

Heute morgen nahm ich an einer Jagd in Morscheid teil. Aus dem dortigen Hoxeler Viadukt läuft seit über 20 Jahren, seit der Zeit, da die DB hier nichts mehr investiert, salpetriges Wasser. Der Beton, inzwischen 113 Jahre alt und zuletzt 1950 grundlegend saniert, ist faul, die Bruchsteinverblendung ist brüchig. Zufällig war ein Jagdgast, seines Zeichens Architekt, im Bahnstreckenhochbau erfahren und am Hochmoselübergang beschäftigt, teil. Mit ihm zusammen habe ich mir das ganze angesehen. Er nahm mir jede Illusion. Er schätzt allein die Kosten dafür, daß hier zumindest ein Bau-Skl fahren könnte, auf 10-12 Millionen Euro. Ich frage mich, wer hier jemals wieder Personenverkehr genehmigen würde.

Derweil wird das plakativ am Deuselbacher Bahnsteig abgestellte 52-er Führerhaus seiner neuen Funktion als Toilette gerecht. Bei einer Einkehr im benachbarten Hotel Erbeskopf lenke ich das Gespräch auf das seltsame schwarze Ungetüm. Wirt und Stammgäste brechen in schallendes Gelächter aus. Ein paar junge Leute hätten das Führerhaus hier abgestellt und behauptet, in eins, zwei Jahren fahre die Dampflok zwischen Morbach und Thalfang als "Nationalparkbahn".

So ziehen "Eisenbahnfreunde" den Todeskampf dieser einmaligen Strecke noch mit ihren bubenhaften Phantasien ins Lächerliche.

Es ist schon ein Jammer, was sich zwischen Langenlonsheim, Simmern und Türkismühle tut...

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Hunsrückquerbahn
Ungelesener BeitragVerfasst: Di 15. Nov 2016, 11:30 
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Oberster Betriebsleiter (Admin)
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Horst Heinrich hat geschrieben:
Es ist schon ein Jammer, was sich zwischen Langenlonsheim, Simmern und Türkismühle tut...


Diese geographische Angabe ist nicht ganz vollständig, man könnte es eher eine "Unregelmäßige Form mit folgenden ungefähren Eckpunkten" nennen:
Flensburg, Kiel, Fehmarn, Lübeck, Rostock, Sassnitz, Heringsdorf, Frankfurt (O), Görlitz, Zittau, Bad Schandau, Oberwiesenthal, Hof, Furth im Wald, Passau, Freilassing, Mittenwald, Lindau, Singen, Weil am Rhein, Kehl, Lauterbourg, Saargemünd, Perl, Igel, Dasburg, Monschau, Aachen, Nettetal, Emmerich, Nordhorn, Emden, Borkum, Helgoland und List.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Hunsrückquerbahn
Ungelesener BeitragVerfasst: Di 15. Nov 2016, 22:59 
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Lokführer

Registriert: Mo 7. Nov 2011, 20:52
Beiträge: 296
Also hier in Bonn sind die Straßen voller Schlaglöcher. Saniert wird hier (gefühlt) nichts. Auch nicht an den Schulen. Nur in Turnhallenrenovierung wird derzeit investiert...


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Hunsrückquerbahn
Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 16. Nov 2016, 10:00 
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Beiträge: 7241
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Die Turnhallen sind ja auch vermutlich genauso unbenutzbar, wie das Haus bei uns in der Kölner Straße, das die Heuschrecken - Verzeihung...Flüchtilanten - inzwischen verlassen haben, um im nächsten Dorf unangenehm aufzufallen (Hausverbot in der Kneipe, Hausfriedensbruch...), und das nächste Gebäude zu ramponieren.
Übrigens: Das (einst sehr schöne) Haus in der Kölner Straße kann wohl nicht mehr saniert werden, es ist gesperrt, und notdürftig gesichert bis zum geplanten Abriß. Danke für diese Bereicherung, Frau Merkel. Möchte echt mal wissen, was die da getrieben haben, aber da wird politisch korrekt im Dorf nicht drüber gesprochen.

Schon merkwürdig - irgendwie hängt das Thema überall mit drin...man kann ihm gar nicht mehr ausweichen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Hunsrückquerbahn
Ungelesener BeitragVerfasst: So 20. Nov 2016, 12:58 
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Generalvertretungsleiter

Registriert: Mo 7. Jun 2010, 14:36
Beiträge: 2761
Die Kunstbauten auf dem Streckenabschnitt Morbach-Hermeskeil wurden zuletzt vor mehr als 20 Jahren durch die DB gewartet. Gerade auf den Brücken und den Viadukten sind zahlreiche Geländer verrostet.

Jetzt haben die Spinnereien um eine Nationalparkinselbahn Morbach-Thalfang eine neue absurde Blüte getrieben.

Nachdem ganz hochoffiziell durch selbsternannte Eisenbahnfreunde zahlreiche Privatpersonen, Gruppen und zuletzt sogar eine Schulklasse -und das noch medial inszeniert- auf Strecke und Viadukte geführt wurden, hat die Deutsche Bahn nun dem Spuk ein Ende bereitet und die großen Kunstbauten (Hoxeler Viadukt, Deuselbacher Viadukt und Hoxeler Tunnel) durch Zäune abgesperrt.

Man kann sich nur an den Kopf fassen, was hier einige veranstalten, um -abgekoppelt von einem Erhalt der Gesamtstrecke- ihre Spielzeugbahnträume in die Köpfe der Bürger zu hämmern.

Ein Bekannter hat mich auf diesen Auftritt aufmerksam gemacht:
https://www.facebook.com/ignationalparkbahn

Kein Wunder, daß das EBA nun mit Nachdruck die Absperrung forciert hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Hunsrückquerbahn
Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 27. Nov 2017, 11:59 
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Generalvertretungsleiter

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In der Gemeinde Hoxel regt sich Unmut wegen der Bahnüberführung im Zuge der K 100.
Immer wieder fällt hier loses Gestein herab.

Ein Ortstermin mit Vertretern der DB AG soll nun klären, was weiter geschieht.

Der Streckenabschnitt Morbach-Hermeskeil, im Personenverkehr seit 1976 und im Güterverkehr seit 1998 stillgelegt, war von 2008 bis 2014 als Baugleis zugelassen.

Mithilfe ehrenamtlichen Einsatzes konnte zwischen Januar und Mai 2009 die gesamte Strecke wieder von umgefallenen Bäumen und Gestrüpp geräumt werden. Unzählige Fahrten mit Skl und Zweiwegebagger machten es möglich, dass die Strecke ab Pfingsten 2009 wieder durchgehend befahrbar war.

Besagte Brücke war auch damals schon ein neuralgischer Punkt, eine zumindest grobe Ausbesserung schadhafter Stellen war geplant, was dann leider nicht mehr realisiert werden konnte.

Es bleibt zu hoffen, dass sich Gemeinde und DB nun nicht darauf verständigen, das Bauwerk einstweilen abzutragen. Das kennen wir ja von anderen stillgelegten Strecken.
Denkmalschutz besteht nicht und die Überführung ist wegen des von ihr verursachten Engpasses vielen Bürgern ein Dorn im Auge.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Hunsrückquerbahn
Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 16. Mai 2018, 10:46 
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Generalvertretungsleiter

Registriert: Mo 7. Jun 2010, 14:36
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Die Landes-CDU bringt mal wieder die Hunsrückquerbahn zur Sprache.

Anmerkung: Es geht hier um den Abschnitt Langenlonsheim-Büchenbeuren (-Hahn), über den Streckenabschnitt Büchenbeuren-Türkismühle wird schon gar nicht mehr gesprochen.

Hier der Bericht der Rhein-Zeitung von gestern:

Biotop, Radweg oder Hunsrückbahn? CDU fordert endlich Klarheit

15.05.2018, 21:03 Uhrzuletzt aktualisiert: 21:58 Uhr
„Was denn nun, Frau Dreyer? Biotop, Radweg oder Hunsrückbahn?“ Mit dieser provokanten Frage haben die Christdemokraten vor drei Jahren eine Entscheidung von der Landesregierun im Hinblick auf die Reaktivierung der Hunsrückquerbahn zwischen Langenlonsheim und dem Flughafen Hahn gefordert. Diese Aufforderung erneuert die CDU im Rhein-Hunsrück-Kreis nun: Die Union will endlich Klarheit über die Reaktivierung.

„Seit weit mehr als zehn Jahren wird diskutiert, relativiert und die Reaktivierung der Hunsrückbahn verschoben. Die Menschen in unserer Region wollen endlich Klarheit“, fordert der CDU-Kreisvorsitzende Hans-Josef Bracht (MdL). Die Christdemokraten beziehen sich auf eine Ankündigung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer aus dem vergangenen Jahr. Diese hatte eine Entscheidung noch im Jahr 2017 angekündigt. „Jetzt sind erneut Monate vergangenen. Und wieder: nichts! Das Ankündigen ohne Taten hat offenbar Methode bei dieser Ampel-Landesregierung“, macht Bracht deutlich.

Kritisch sehen die Christdemokraten die langjährige Hängepartie, die seit dem Jahr 2005 allein bis 2015 Planungskosten für eine mögliche Reaktivierung der Hunsrückbahn von fast 6 Millionen Euro verursacht habe.

Nachdem die Reaktivierung bereits mehrfach verschoben wurde, wollen die Christdemokraten eine Entscheidung von der Landesregierung. „Dies muss Chefsache der Ministerpräsidentin und des zuständigen Verkehrsministers sein. Doch auch mit der FDP in der Landesregierung gibt es offenbar keine Besserung“, so Bracht. Der Christdemokrat verweist auf unterschiedliche Aussagen der Regierungsfraktionen: Grüne wollen die Reaktivierung, die SPD hat sich davon verabschiedet. „Seit Monaten hüllt sich die Landesregierung in Schweigen. Offensichtlich wurde die Reaktivierung der Hunsrückbahn nur als Placebo für die grüne Basis in den Koalitionsvertrag geschrieben – wohl wissend, einfach über die Legislaturperiode hinaus zu planen, ohne eine Entscheidung zu treffen“, sagt Bracht. Aus Sicht der CDU ist die Klarheit über die Reaktivierung der Hunsrückbahn gerade für die anliegenden Städte und Gemeinden besonders wichtig.

„Das lange Warten und das Hin und Her der Landesregierung hindert die Kommunen an einer zukunftsgerichteten Planung. Wir brauchen Verlässlichkeit und endlich eine klare Aussage zur Reaktivierung der Hunsrückbahn. Die Landesregierung darf nicht weiter zögern und zaudern“, macht Hans-Josef Bracht deutlich.


Na ja, das sind die üblichen kleinen Scharmützel im Vorfeld des medialen Sommerlochs.

Was die Landes-CDU natürlich nicht erwähnt:
Die angedachte Reaktivierung ist ein Bundes-Projekt, also wäre Adressat der Kritik die in der Bundespolitik Regierungsverantwortung tragenden Parteien, Herr Bracht müßte seine Kritik also an seine Parteichefin richten.
Rheinland-Pfalz hatte sich lediglich bereit erklärt, nach Inbetriebnahme des ÖPNV einen Zuschuß zum Auffangen des Betriebskostendefizits zu leisten.

Auch müßte die CDU wissen,daß die Reaktivierung einst im Zusammenhang mit dem erwarteten Passagierverkehr auf dem Hahn stand. Hier sind die Zahlen aber extrem rückläufig.

Aus diesem und dem Nachbarforum entnommen hatten Lokalpolitiker die Idee, die Strecke nicht mehr primär als Zubringer zum Flughafen zu sehen, sondern als ÖPNV-Anschluß des Hunsrücks an das Rhein-Main-Gebiet und sie verwiesen dabei u.a. auf das Beispiel der Strecke Alzey-Kirchheimbolanden.

Wer die Verkehrsströme des Pendlerverkehrs in der Region kennt, weiß, daß mit einer solchen Konzeption die Strecke gewaltige Chancen hätte. Wer z.B. täglich mit dem Pkw von Simmern nach Mainz fährt, erlebt eine zermürbende Verkehrslage.
Hier hätte die Bahn die größte Chance.

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