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Ungelesener BeitragVerfasst: Do 18. Jan 2018, 08:27 
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Nach 32 Jahren: Eisenbahnfreunde Betzdorf sind Geschichte -> https://www.rhein-zeitung.de/region/lok ... 52376.html

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Gruß, Michael


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Ungelesener BeitragVerfasst: Do 18. Jan 2018, 17:44 
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Nun ja, es hat nicht nur mit dem Rückgang des Nachwuchses zu tun, aber ich werde mich mal lieber nicht dazu äußern, dafür war ich nicht tief genug drin in der Materie...ich sage nur "audiatur et altera pars" - auch die andere Seite möge gehört werden!

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„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein
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Konrad Adenauer


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Ungelesener BeitragVerfasst: Do 18. Jan 2018, 21:52 
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Die Phaszination, eine eigene Dampflok zu besitzen und auch noch führen zu können (und dies auch auf öffentlichen Gleisen auch zu dürfen) hat noch vor 10 Jahren genug Menschen angelockt, sich der drei- bis vierjährigen Ausbildungszeit (und das alles in der Freizeit) zu stellen.

Mittlerweile tragen in Gesellschaft und Wirtschaft Menschen Verantwortung, die mit Bahnbetrieb keine Dampflok mehr verbinden, weil sie in den 1970er Jahren geboren sind.
Dementsprechend geht das Interesse an allem zurück, was mit Dampflok zu tun hat.

Dann die Mitwirkung, sagen wir mal an einer (Geld in die Kasse spülenden) Sonderfahrt etwa zu einem beliebten Event wie Rhein in Flammen: Tagelange Vorbereitungen, für eine Fahrt 100 km und zurück sind vier Tage einschließlich Wochenende futsch.

Dann die Rahmenlogistik wie Unterbringung, Bevorratung von Werkzeugen und Betriebsstoffen und das finanzielle Damokolesschwert nicht zu vergessen: Was ist, wenn eine Störung nicht mehr mit eigenen Mitteln behoben werden kann?

Die Wartung, Pflege und der Betrieb einer solchen Lok benötigen eines Personalstammes von mindestens sechs bis acht Leuten, die im Rahmen ihres Ehrenamtes faktisch Halbtagesjobs zu leisten haben. Wohlgemerkt neben Familie, Beruf, sonstigem Freundeskreises, der Sorge um häusliches Eigentum und sonstigen Engagements wie etwa in anderen Vereinen, Politik etc.

Vorausgesetzt die Lok steht nach der Aufarbeitung mit neuer HU und schuldenfrei da, d.h. es müssen nicht noch Kredite für Anschaffung, Aufarbeitung und HU bedient werden, dann kann man für den aktiven Betrieb einen geringen vierstelligen Monatsbetrag einkalkulieren, mindestens einmal 1000 Euro.
Meist reicht das nicht, denn in der Regel hat der Verein doch noch Verbindlichkeiten aus Anschaffung und Instandsetzung zu "bedienen" und hier ist dann, wenn man einen weisen Banker oder Steuerberater zu den Vereinssympathisanten zählt, der die Notbremse zieht, bevor "Omas Häuschen" auch noch drauf geht, halt irgendwann einmal Feierabend.

Nun ist es gelungen, 41 Jahre nach dem Ende des Dampflok-Regelbetriebes sehr sehr viele Maschinen unterschiedlicher Bauart noch für den Einsatz in verschiedenen Auftragslagen bundesweit vorzuhalten.
Damit habe ich, ehrlich gesagt, 1977 nach der z-Stellung der letzten DB-Dampflokomotive überhaupt nicht mehr gerechnet.

Doch auch hier gilt, was in allen Bereichen unseres täglichen Lebens gilt: Manches wird im 21.Jahrhundert nur mit Bündelung,Konzentration, Zusammenarbeit und Fusion zu erhalten sein.

So wird es eben statt vier Vereinen, die je eine Lok besitzen vielleicht einen Verein geben, der vier Loks besitzt.
Ich hoffe, daß hier mal ausnahmsweise die Vernunft siegt und nicht die typisch deutsche neurotische Vereinsneideritis alles zerstört so wie in einem Nachbarort, wo 17 Wehrleute zurückgetreten sind, weil sie sich nicht unter das "Kommando" des Kommandanten aus dem Nachbarort stellen wollten.

Da weiß ich doch, was ich von fadenscheinigen Statements, es ginge um die Sache und darum, den Mitmenschen helfen zu wollen, zu halten habe. Hier geht es nur um persönliche Profilierung und Eitelkeit.

Die 50er der Betzdorfer Eisenbahnfreunde wird weiterhin unter Feuer stehen - das ist für mich die Hauptsache.

Ach übrigens:
Mir ist eine Parallele aufgefallen, die mir gar nicht bewußt war.

In meinem Fach gibt es ja die Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten, an deren Ende die Approbation steht, die wiederum den Weg zur Kassenzulassung ebnet.
Die recht kostspielige Ausbildung bieten viele staatlich anerkannte Ausbildungsstellen kostengünstig an für Kollegen, die die Kosten durch therapeutische Mitarbeit am Ausbildungsinstitut refinanzieren.

So hat auch mancher Interessent den Eisenbahnführerschein mit Dampflokberechtigung nur erlangen können, weil er im ausbildenden Verein seine Eigenleistung in den Vereinsbetrieb eingebracht hat. Aber auch das scheint nicht mehr attraktiv genug zu sein.

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Heinrich von Hirschfeld: Der Verstand wächst mit seiner Beanspruchung.Ob Philosophie, Philantropie oder Phimose: Die Basis jeder Grundlage ist das Fundament


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Ungelesener BeitragVerfasst: Fr 19. Jan 2018, 00:32 
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Oberster Betriebsleiter (Admin)
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Registriert: Do 20. Mai 2010, 21:40
Beiträge: 7122
Wohnort: 57629 Höchstenbach / Ww.
Wenn in einer Gegend wie z.B. dem Westerwald ein Dutzend kleine und kleinste Vereine rund um die Bahn aktiv sind, ist das per se schon mal positiv. Blöd wird es, wenn aufgrund von Antipathien oder der von Horst angeführten "Neideritis" der eine am anderen keine guten Federn läßt, und wertvolle, mögliche Synergieeffekte verpuffen.

Will sagen:
Wäre z.B. der Westerwald in England - hier gibt es z.T. sogar zweigleisige Museumsbahnen - ansässig, würden die heutigen IWQ, Brex, Westerburger und Betzdorfer Eisenbahnfreunde und nicht zuletzt auch die Arge Mechanische Stellwerke unter Umständen ein respektables Netz (Samt Stellwerks- und Signaltechnik sowie einem oder auch zwei Bahnbetriebswerken) an zuvor stillgelegten Strecken betreiben - und je nach Bedarf mit Schienenbussen oder Dampf und Diesel fahren. Die Züge würden vielleicht sogar von Bendorf bis Rennerod, vielleicht sogar bis Herborn oder Marburg durchfahren, ggf. mit Kurswagen nach Altenkirchen, und auch den Erbacher Viadukt befahren...weil nicht ein paar Vereine mit jeweils ein paar (oder auch ein paar mehr) Mitgliedern stur an ihrer Klein-Klein-Geschichte herumpratteln würden, sondern schon in den 70er oder 80er Jahren sich zusammengeschlossen und das beste draus gemacht hätten...man stelle es sich vor:
"Montabaur, hier Montabaur, eingefahrener ICE von Frankfurt fährt weiter nach Dortmund. Sie haben Anschluß an Eilzug 2404 "Höhen-Express" der IG Westerwald-Eisenbahn nach Rennerod über Westerburg, planmäßige Abfahrt 9 Uhr 35 von Gleis 5a, am selben Bahnsteig gegenüber, sowie Nahverkehrszug 6861 der IG Westerwald-Eisenbahn nach Altenkirchen über Dierdorf, planmäßige Abfahrt 9 Uhr 41 von Gleis 5b!" *träum*

Ansonsten siehe Horst's Ausführungen weiter oben.

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Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 22. Jan 2018, 21:00 
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Lokführer

Registriert: Mo 7. Nov 2011, 20:52
Beiträge: 289
Horst Heinrich hat geschrieben:
... Doch auch hier gilt, was in allen Bereichen unseres täglichen Lebens gilt: Manches wird im 21.Jahrhundert nur mit Bündelung,Konzentration, Zusammenarbeit und Fusion zu erhalten sein....

Das sehe ich genauso. Man wird sich vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und verändertem Freizeitverhalten langfristig auf Leuchtturmprojekte konzentrieren und Synergien nutzen müssen. Ähnlich wird es mit den Freizeit- und Museumsbahnen gehen. Es wird sich auch bei den hübschen Nebenstrecken kaum alles Wünschenswerte erhalten lassen. Eine Konzentration auf die besten Projekte wird unvermeidlich sein.


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